Hexentanz in Augsburg!!!

Das beste Partywochenende des Jahres ging vielzuschnell vorüber. Wir sind Alle wieder zuhause und es gibt tolle Geschichten zu erzählen. Es gab (fast) keine Verletzten und (fast) keine Verhafteten (Suuuper!). Einen schwarzen Block gab es auch nicht und niemand hat ihn vermisst. Es wird vermutet, dass der bayerische Verfassungsschutz das Budget für Augsburg mit der „Bayern-Paranoia-Kampagne“ bereits überzogen hatte. Es hatte offensichtlich nicht für den Fahrtkostenzuschuss für Nazihools gereicht.

Über den Widerstand gegen den AfD-Bundesparteitag gibt es viel in der Presse und den Sozialen Medien zu lesen und zu gucken. Es wird von vielfältigsten Aktionen und Aktivitäten gegen den AfD-Bundesparteitag berichtet. Trotzdem fällt die Berichterstattung in den Massenmedien (auch in der taz, die Setzerin) völlig verkürzt, oberflächlich und verzerrt aus. Zum Beispiel wird nirgendwo das Punkerpicknick am Kö erwähnt, soll echt CRASS gewesen sein. Oder die hervorragende, vegane Küche bei der Sicherheitskonferenz im Provino (yummy, gegen Spende, die Setzerin).

In der Stadt selbst wurde irgendwann nur noch über den „Käfig am Kö“ gesprochen. Die Pegida hatte es geschafft, am Samstag eine zusätzliche Demo am Königsplatz, dem Verkehrsmittelpunkt in Augsburg, anzumelden. Dazu reisten fünf Affen aus München mit dem Zug an, wurden am Hauptbahnhof vom bayrischen SEK abgeholt und bestens abgesichert bis zum Kö eskortiert. Dort wurden sie zu Ihrer Sicherheit in einem vorbereiteten Schutzraum, dem „Käfig“, untergebracht und so ausgestellt von bis zu 2000 Augsbürger*innen gebührend bestaunt. Überzogen sind die Meldungen, dass der CSU-Oberbürgermeister von Augsburg bei seiner Rede mit Tomaten beworfen wurde : GottseiDank wurde er nicht getroffen und die Polizei wird deswegen nicht ganz Augsburg durchsuchen müssen!

Vielen, vielen Dank an die tollen Mensch*innen aus Augsburg und Bayern, die die grösste Last der Proteste getragen haben. Zuviele müssten eigentlich erwähnt werden. Besonderen Eindruck hat ein als Eulenspiegel verkleideter Aktivist hinterlassen: nach Vorzeigen seines Persos und Taschenkontrolle wurde auch er ganz freundlich zur Demo vor der Messe eingelassen. Nur wenige scheinen den Hexenkonvent wahrgenommen zu haben, der zufällig auch an diesem Wochenende in der Stadt weilte. Einige Verwirrung gab es Samstagnacht: der orange Planet, der die ganze Nacht unter dem (quasi) Vollmond hing, war Mars, nicht die Venus.

Wir wurden als „Linksfaschisten“ und „Kindergartenmukke“ bezeichnet (voll legal, die Setzerin), was uns nicht kümmert: Lieber Fasching als Faschisten! Wegen einem defekten Rücklicht am Mietwagen wurden wir von der Polizei kontrolliert, aber nicht belästigt, auch von niemand anderem wurden wir belästigt! Für die Auswärtigen Aktivist*innen gab es eine Einführung „Wie benehme ich mich in Augsburg“ und sie haben sich daran gehalten. Dass wir vor dem „Hotel Drei Mohren“ ein bisschen Krawall machen durften hat uns sehr gut getan, das würden wir gerne wiederholen … auf dieser Webseite gehts weiter, solange bis es Nazis nur noch im Museum gibt.

wer hat an der uhr gedreht?
ist es wirklich schon so spät?
soll das heißen ja ihr leut´?
mit dem karneval ist schluss für heut´!

karneval, karneval mach doch weiter
jag die nazis auf die leiter
säg und pinsle uns die wände
treibe scherze ohne ende

machst ja manchmal schlimme sachen
über die wir trotzdem lachen
denn du bist wir kennen dich
doch nur farb und pinselstrich

wer hat an der uhr gedreht?
ist es wirklich schon so spät?
stimmt es?(stimmt es)
das es sein muss?
ist für heute wirklich schluss?

heut is nicht alle tage, wir kommen wieder, keine frage.

Bitte nutzt fleissig unser Spendenkonto, wir brauchen Eure finanzielle Unterstützung für mehr „Spass gegen Nazis“. Ausserdem gibt es ein Antirepressionskonto zur Hilfe bei Prozessen für Leute, die in, wegen Augsburg durchsucht und / oder verhaftet  wurden!